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    "Alles was an Großem in der Welt geschah, vollzog sich zuerst in der Phantasie eines Menschen, und wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt in großem Maße von der Einbildungskraft jener ab, die gerade jetzt lesen lernen." (Astrid Lindgren)
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Die H9b beim Vorlesetag in der Grundschule

Ein trüber Novembermorgen kurz vor dem Wochenende – genau der richtige Zeitpunkt, sich fantasievoll aus dem Klassenzimmer hinwegzuträumen. Die Gelegenheit hierzu hat es am vergangenen Freitag für die Schüler der Wilhelm-Berning-Grundschule im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages gegeben.

„Er nimmt Maß, die tief stehende Sonne im Gesicht. Letzte Chance, von diesem Schuss hängt alles ab. Dann fliegt der Ball in hohem Bogen – Tor!“ Als an diesem Vormittag Schüler der zweiten Klasse der Wilhelm-Berning-Schule dieses Fußballabenteuer gebannt verfolgten, standen sie nicht auf dem neuen Sportplatz, sondern hatten es sich in einem Stuhlkreis bequem gemacht. So bequem es eben geht, wenn derart spannende Geschichten vorgelesen werden.

VorlesenH9-Bild02Hierzu waren an diesem zehnten bundesweiten Vorlesetag Schüler der Marienschule mit ihrem Lehrer Enrico Jansen angetreten. „Die Veranstaltung gibt es in ganz Deutschland, mit etwa 80 000 Vorlesern. Ihr seid also in guter Gesellschaft“, gab Lehrer Jansen seinen Schülern mit auf den Weg, bevor sie, jeweils zu zweit, in die Grundschulklassen gingen, um aus mitgebrachten Büchern vorzulesen.

Eine für beide Seiten mitunter ungewohnte Erfahrung, wie Jansen erläuterte: „Solche Situationen, in denen die gesamte Aufmerksamkeit auf den einzelnen Schüler gerichtet ist, sind schon herausfordernd.“ Dass dennoch keine „Prüfungsatmosphäre“ aufkam, dafür sorgte die interessierte Zuhörerschaft, die das Gelesene förmlich aufsog. Auch dies, so betonte Schulleiterin Monika Völlering-Frank von der Wilhelm-Berning-Schule, keine Selbstverständlichkeit. „Beim Zuhören handelt es sich wie beim Lesen um eine wesentliche Kulturtechnik“, stellte sie heraus. Dabei gehe es weniger um ein passives „Mitbekommen“ als vielmehr darum, einer Handlung konzentriert zu folgen. „Das gilt es sich aktiv anzueignen“, unterstrich Völlering-Frank eine Lernkomponente der Veranstaltung. „Und dabei hilft natürlich am besten eine spannende Geschichte“, lobte sie die Buchauswahl der Schüler.

Mindestens ebenso wichtig seien aber deren Selbsterfahrungen. „Während sich die Vorleser als Person erleben, die begeistern kann und der mit Aufmerksamkeit begegnet wird, lernen die Zuhörer die „Großen“ in einer neuen Weise kennen“, so Jansen. Das könne angesichts der räumlichen Nähe beider Schulen positiv auf das Verhältnis zwischen den Jahrgängen ausstrahlen.

Nach einer positiven Ausstrahlung brauchte man an diesem Vormittag bei den Marienschülern nicht lange suchen. „Alle waren richtig aufmerksam, schon als ich das Buch aufgeschlagen habe“, herrschte freudiges Staunen über die Effekte der veränderten Konstellation. Und auch wenn einige der jungen Zuhörer gegen Ende der Vorlesezeit die Konzentration verlassen hatte, stürmten nach 45 Minuten spannender Lektüre gut gelaunte Schüler auf den Pausenhof.

Bericht aus der Lingener Tagespost vom 20.11.2013 - hier gehts zum Original-Artikel

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