Streuobstwiese mit Bienenstand

Ein Projekt der Hauptschule der Marienschule Lingen

 

Ziel dieses Projekts ist es, SchülerInnen Wissen über die Natur zu vermitteln, das vorherige Generationen noch hatten. Hier ist das Pflanzen von Obstbäumen, ihre Pflege (schneiden, düngen, natürliche Schädlingsbekämpfung, ernten etc ) und ihre Bedeutung für die Umwelt zu nennen.

 

Die SchülerInnen sollen die Grundlagen umweltgerechter und nachhaltiger Bewirtschaftung von Boden und die Erzeugung gesunder Lebensmittel kennen lernen. Eine Streuobstwiese ist auch wegen ihrer extensiven Bewirtschaftung Lebensraum für Pflanzen und Tiere, die bei uns selten geworden sind. Die Schülerinnen und Schüler lernen die außerordentliche Bedeutung der Bienen für die Natur kennen und sammeln Erfahrungen in der Bienenhaltung, was später eventuell dazu führt, dass sie selbst Bienen halten. Das Bienenhaus und die Bienenkästen fertigen sie unter Anleitung selbst an.

Alle Schülerinnen und Schüler unsere Schule haben nach Fertigstellung der Streuobstwiese und des Bienenstandes die Möglichkeit, anschaulichen Biologieunterricht vor Ort zu erleben.

Die Idee hierzu hatten zwei Kollegen unserer Schule (der eine Nebenerwerbslandwirt, der zweite Hobbyimker), als sie überlegten, wie den Schülern in der Praxis ihre Hobbies zunächst im Rahmen des Biologieunterrichts zu vermitteln sei. Das Projekt wurde später dann mit 20 SchülerInnen der damaligen Hauptschulklasse 8 durchgeführt, die heute immer noch drei Stunden wöchentlich daran arbeiten. Nach Abstimmung mit der Schulleitung, der wir schon an dieser Stelle für ihr großes Entgegenkommen danken, wurde ab September 2011 mit der Planung begonnen. Zunächst musste ein Grundstück ausreichender Größe beschafft werden. Sehr schnell war die Stadt Lingen bereit, uns ein für diese Zwecke geeignetes Grundstück langfristig zur Verfügung zu stellen:

 

Schulprojekt Marienschule „Streuobstwiese"

- zur Verfügung gestellte Fläche ca. 6.353 m2

- zur Anlegung einer Streuobstwiese mit Aufstellung eines Bienenstandes und Anpflanzung

einer Hecke

- hochstämmige Obstbäume

- Hecke parallel zur Entlastungsstraße und der rückwärtigen Straße mit einheimischen

Laubgehölzen (Straucharten:

- Eingriffliger Weißdorn (Crataegus monogyna)

- Schlehe (Prunus spinosa)

- Hund-Rose (Rosa canina)

- Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum)

- Hasel (Corylus avellana)

- Roter Hartriegel (Cornuns sanguinea)

- Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

- Salweide (Salix caprea)

Herkunft der Heckenpflanzen: Norddeutsches Tiefland

Qualität 2 x v.. 80 - 120 oder max. 120 - 150

Reihenabstand 1.00 m, Abstand in der Reihe 1,50 m

- Extensivgrünland der Streuobstwiese 1 x Jährlich mähen, ab 1. Juli

- Mähgut vollständig abtransportieren und ordnungsgemäß zu verwerten

Mit diesem Schreiben der Stadt Lingen, die sich zudem bereiterklärte, die Kosten für die Heckenpflanzen zu übernehmen, war die Standortfrage geklärt. Das Grundstück grenzt an den Wohnpark Gauerbach, Südliche Erweiterung. Die gesamte Fläche ist Ausgleichsfläche für diesen Bebauungsplan und als Extensivgrünland festgesetzt.

rot umrandet: Grundstück in 2002 Anfang 2012

Ein Foto des Grundstücks vor Beginn des Projekts:

 

Extensiv genutztes Grünland, welches einmal pro Jahr gemäht wurde.

Das Grundstück war somit gefunden. Jetzt konnte geplant werden, wo das Bienenhaus stehen und wie viele und welche Obstbäume gepflanzt werden sollten.

Als Standort für den Bienenstand wurde ein Platz auf einer kleinen Anhöhe zwischen den Büschen auf Bild 3 gefunden. Der Bau wurde noch zurückgestellt, da zunächst die Bäume gepflanzt werden mussten, denn die Frühjahrespflanzzeit dauerte nicht mehr lange.

Alte, einheimische Obstsorten: Apfelbäume 36

Birnbäume 16

Pflaumenbäume 14

Kirschbäume 5

Walnussbäume 4

In den folgenden vier Wochen gruben die Schülerinnen und Schüler also 75 Pflanzlöcher (0,75m x 0,75m, 0,60cm tief), setzten die angelieferten Bäume ( schon bis zu 3m hoch) ein, füllten die Erde wieder an, banden und wässerten sie. Hierzu reichten die vorgesehenen Unterrichtsstunden bei weitem nicht aus. Da aber alle Beteiligten das Pflanzen noch vor den Osterferien 2012 beenden wollten, wurde so manche ‚Überstunde’ nachmittags eingelegt. Auch der Samstag war für Arbeiten nicht tabu.

Jeden zweiten Tag mussten die Bäume gegossen werden, denn das Wetter bescherte uns leider keinen ausgiebigen Regen. Der Wasserbedarf war hoch: Für jeden Baum ca 20 Liter, also 1500 Liter jeden zweiten Tag. Da kein Bach in der Nähe der Streuobstwiese floss, spülte uns die Freiwillige Feuerwehr Lingen einen Bohrbrunnen. Auch an dieser Stelle sagen wir noch einmal ‚Vielen Dank’. Weiterhin stellte uns ein sehr freundlicher Landwirt, der in unmittelbarer Nähe der Streuobstwiese seinen Hof hat, oft 2000 Liter Wasser in zwei großen Behältern direkt auf die Wiese. So waren die Wege mit zwei vollen Eimern Wasser zu den Bäumen nicht mehr so weit. Auch bei ihm möchten wir uns sehr bedanken.

Das Wässern der Bäume nahm im Sommer 2012 kein Ende, Petrus war uns in dieser Hinsicht nicht wohl gesinnt. Selbst in den Sommerferien wurde Hektoliter um Hektoliter zu den Bäumen gebracht. Der Erfolg: Nicht ein Baum ging aus, alle brachten Blüten und Blätter, einige trugen sogar im Herbst schon, wenn auch wenige, Früchte.

Am 07.05.2012 begann der Bau des Bienenhauses. In unserer Schule wurde der Rohbau zunächst erstellt, dann wieder in Teile zerlegt, mit einen Anhänger zur Streuobstwiese gebracht und dort wieder zusammengesetzt. Dieses alles dauerte einen ganzen Arbeitstag, das heißt, es waren wieder einmal ‚Überstunden’ notwendig, die aber gern von allen Beteiligten geleistet wurden. Schließlich macht handwerkliches Arbeiten mehr Spaß als Englisch oder Mathe zu büffeln. Vor dem Aufstellen hatte die Truppe schon den Standort des Bienenhauses hergerichtet: Die Fläche wurde plan geschoben und gepflastert, Einschlaghülsen für die Pfosten wurden zentimetergenau und auf gleicher Höhe eingeschlagen. Da sowohl die ‚Rohbauhersteller’ als auch die ‚Pflasterer’ genau nach den vorher im Plan festgelegten Maßen gearbeitet hatten, bereitete der Aufbau keine Schwierigkeiten. Dann stand das Bienenhaus, alle waren zufrieden mit ihrer Arbeit. In den folgenden Wochen wurde es verschalt und mit einer Tür versehen. Dann konnten die Bienen kommen: Früh morgens um 530 Uhr brachte uns ein Imker fünf Beuten mit jeweils zwei Zargen. Einige in der Nähe des Bienenstandes wohnenden Schülerinnen und Schüler erwarteten sie trotz der frühen Uhrzeit. In der Schule war um 800 Uhr nicht an Unterricht zu denken, alle wollten die Bienenvölker sehen, die beiden betreuenden Lehrer auch. Also hin und ein erster Blick in eine Beute geworfen. Die Bienen waren noch etwas aufgeregt vom Transport, flogen aber schon und brachten erste Pollen ein. Ein gutes Zeichen!

Leider begannen dann bald die Sommerferien, sodass nur wenige Schüler an den Arbeiten an den Völkern (Honigentnahme, schleudern, auffüttern) teilnehmen konnten. Diese wird in 2013 ausführlich nachgeholt.

Am 10.10.2012 besuchte uns die Vorstandvorsitzende der Umweltlotterie Bingo!, Frau Anne Zachow. Über diesen Besuch erschien ein Artikel in der Lingener Tagespost, nachzulesen auf der Homepage unserer Schule: www.marienschule-lingen.de

Nach dem Wiederbeginn der Pflanzsaison nach den Herbstferien 2012 wurde eine doppelreihige Hecke verschiedener Heckengehölze gesetzt. Ca. 240 Pflanzen werden in Zukunft unserer Streuobstwiese und unseren Bienenstand umsäumen.

 

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